Was den Salzburger Lehrlingen wirklich wichtig ist

 

Präsentation der österreichischen Lehrlingsstudie über Lebenswelten Jugendszenen, soziale Medien, Identität, Zukunftswünsche & Image der Lehre:

Die 1. Österreichische Lehrlingsstudie der t-factory sowie das Lehrlingsmonitoring der Arbeiterkammer Salzburg zeichnen ein umfassendes Bild vom Leben der jungen Menschen in Lehrberufen. Wie leben Österreichs Lehrlinge, wie schätzen sie ihre Ausbildung ein, ihre Berufswahl und ihr Image in der Gesellschaft? Landesrätin Martina Berthold ist an einer substanziellen und nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation der Lehrlinge interessiert und berief dazu 2017 als "Jahr der Lehre" ein.

Gemeinsam mit dem Jugendbüro der Stadt Salzburg, der Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Industriellenvereinigung, dem Österreichischen Gewerkschaftsbund sowie dem Landesschulrat werden Maßnahmen, Projekte und Aktivitäten gesetzt, die die Lehrausbildung auch in Zukunft attraktiv und interessant sein wird. "Die Salzburger Lehrlinge stehen zu ihrer Berufswahl, engagieren sich in der Gesellschaft und sind in der Freizeit sehr aktiv. Das zeigt die neue Studie der t-factory. Deutlich wird aber auch, dass Lehrlinge von der Gesellschaft mehr Wertschätzung einfordern. Dafür wird es höchste Zeit und das wollen wir im Jahr der Lehre ein Stück weit erreichen. Ich freue mich über die breite Unterstützung, die hinter diesem gemeinsamen Vorhaben steht", betont Salzburgs Jugendlandesrätin Martina Berthold. Die Studienergebnisse im Überblick: Über 2/3 der Lehrlinge würden sich wieder für eine Lehre entscheiden, 70 % der jungen Frauen und Männer sogar für den selben Lehrberuf.

Mit der Ausbildung in der Berufsschule sind 2/3 der Befragten zufrieden - sowie auch mit dem Betrieb und den AusbildnerInnen. Die Lehrlingsentschädigung wird generell als zu niedrig empfunden. Zu wenig AnerkennungLehrlinge zeigen auf, dass ihnen von der Gesellschaft zu wenig Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegen gebracht wird. So werfen 60 % der befragten Lehrlinge PolitikerInnen vor, sich vorrangig um die Anliegen von MaturantInnen und Studierenden zu kümmern und über 50 % beklagen sich über weniger Respekt im Gegensatz zu AkademikerInnen und MaturantInnen. Den Interessensvertretungen wird ein positives Zeugnis ausgestellt. 90 % der Lehrlinge fühlen sich von der AK gut vertreten, 70 % von der WKS und 70 % von politischen Organisationen und Gewerkschaften.

Sehr engagiertLehrlinge zeigen - entgegen dem weit verbreiteten Vorurteil, dass sich junge Menschen wenig engagieren - eine sehr hohe Bereitschaft zum Engagement. Bemerkenswert ist dabei das starke Bewusstsein für den eigenen Berufsstand: Fast 45 % würden sich aktiv für die eigene Interessensgruppe einsetzen. Lehrlinge sind zudem sehr freizeitaktiv. Die beliebtesten Aktivitäten sind Fitness, Fußball, HipHop und die Beschäftigung mit dem Computer (Soziale Netzwerke, Games etc). Impulsiv und spontanInteressantes bringt auch die Analyse der Kommunikation zutage: So sind Mädchen und Burschen, die eine Lehre absolvieren, in ihrem Kommunikationsverhalten überwiegend "impulsiv" und "spontan". Blogger genießen ein sehr hohes Ansehen, ästhetisierten Bilderwelten (wie auf Instagram) wird eine große Bedeutung zugeschrieben. Die wichtigste Online-Plattform ist übrigens Youtube, über 90 % der Befragten nutzen sie. Materielle Sicherheit ist hoch im KursAm wichtigsten sind den jungen Menschen materielle Sicherheit und Planbarkeit - der Berufserfolg ist weniger wichtig.

Die befragten Jugendlichen stehen mit beiden Beinen im Leben, haben wenig idealisierte Ansichten über Leben und Gesellschaft, sie sind pragmatisch und neigen selten zu hohen Erwartungen. Lehrlinge wünschen sich stabile Verhältnisse: Geld, Statussymbole und Konsum spielen dabei eine tragende Rolle. "Viele junge Menschen haben den Eindruck, dass die Politik über ihre Köpfe hinweg agiert. Mir persönlich ist es wichtig zu wissen, was Lehrlinge wirklich wollen. Was erwarten sie von ihrem Leben, von der Gesellschaft und ihrer Arbeit? Den Lehrlingen wurde in der Vergangenheit zu wenig Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegen gebracht.

Als Jugendlandesrätin setze ich mich für alle Salzburger Jugendlichen ein. Die umfangreichen Studien zu den Lebenssituationen der Lehrlinge bilden hierfür den Anfang", unterstreicht Martina. Im Bundesland Salzburg leben 64.680 junge Menschen in der Altersgruppe zwischen 15 und 25 Jahren. Das sind 12 % der Gesamtbevölkerung. 101.160 junge Menschenbefinden sich im Alter zwischen 15 und 29 Jahren. Das sind wiederum ganze 18 % Prozent der gesamten Bevölkerung. Nimmt man die Stadt Salzburg und den Bezirk Flachgau zusammen, so wohnen hier die Hälfte aller Jugendlichen.