11. Salzburger PräventionsFrühstück

 

"(Online-)Junkies wie wir.
Was uns und Kinder süchtig macht - und was wir dagegen halten könn(t)en."


Soziallandesrat Heinrich Schellhorn begrüßte die rund 80 Teilnehmenden - vorwiegend MultipliktorInnen und Schlüsselpersonen aus der offenen und sozialen Jugendarbeit - zum 11. Salzburger PräventionsFrühstück.

Primar Dr. Kurosch Yazdi leitet die Suchtabteilung der Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg in Linz und behandelt jugendliche Alkohol- und Onlinesüchtige; als Autor veröffentlichte er das Sachbuch "Junkies wie wir" (edition a, 2013).
Beim 11. PräventionsFrühstück in Salzburg sprach er über das "Junkie-Gen" in uns, über die Verfügbarkeit und die verstörende Wirkung von "sozialen" Drogen - und warum wir die Verhaltenssüchte nach wie vor besiegen können.

Onlinesüchte unterteilt der Suchtexperte in folgende vier Kategorien:

Social Media mit Facebook, WhatsApp, Twitter und so fort - anziehend besonders für Mädchen und junge Frauen.

Online-Computerspiele (Rollenspiele, Ego-Shooter und -Strategiespiele) entwickeln ihren Sog vor allem bei jungen Männern durch den programmierten Gruppendruck.

Internetsurfen und (Pseudo-)Informationssuche via Internet kann ebenfalls zu Abhängigkeit führen; dasselbe gilt für Online-Pornographie (nicht gleich zu setzen mit der seltenen Sexsucht), der häufig Männer mittleren Alters nachgehen, die meistens keinen echten Kontakt haben wollen.

Allen extrem ausgeführten Verhaltensweisen gemeinsam ist die Tatsache, dass sie sich in einer Illusion verlieren, die heißt "Ich bin nicht einsam!".

Wie hoch ist die Häufigkeit dieser Suchterkrankung (die Prävalenz) einzuschätzen?

Für Deutschland gilt ca. 4% der 14-24-Jährigen (bei 1% der 14- bis 64-Jährigen) - was einer Epidemie gleichkommt, so Dr. Yazdi. Im Anschluss an diesen Fachinput informierten zwei Salzburger ExpertInnen aus ihren Fachbereichen:

MMag. Tina Eigenberger, die als Klinische Psychologin an der SALK-Spielsuchtambulanz Beratung bei Glücksspiel- und Computerspielsucht anbietet sowie Mag. Martin Seibt MSc, Geschäftsführer des Instituts Medienbildung/IMB, der seine Expertise zur medienkompetenten Erziehung einbrachte (mehr siehe auch saferinternet.at, DER Infoplattform für Interessierte jeden Alters).

Das PräventionsFrühstück wurde veranstaltet von der akzente Fachselle Suchtprävention und SALK/Spielsuchtambulanz & dem Institut für Medienbildung Salzburg/saferinternet.at

Informationen und Rückfragen:
akzente Fachstelle Suchtprävention
im Land Salzburg
Mag. Nicole Rögl-Höllbacher, Leiterin
n.roegl@akzente.net
0662/84 92 91-41

Wissen was wirkt – wir schaffen das Know-how für ein suchtfreies Leben!

 

 

Wissenswertes

Präventions medien
Fragebogen 

Computersüchtig?
Selbstcheckliste

Yazdi
Dr. Kurosch Yazdi

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Online Medien aus Sicht der Psychiatrie