14. PräventionsFrühstück:

"Frühe Trauma- und Stresserfahrungen bei Kindern und Jugendlichen - Prävention statt Medikalisierung"

Die Kinderärztin Nevena Vuksanovic aus München sowie der Salzburger Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde Primar Klaus Kranewitter widmeten sich gemeinsam mit rund 80 Fachleuten diesen Fragestellungen.

Suchtprobleme wurzeln häufig in weit zurückliegendenden dramatischen Erfahrungen, einem sogenannten „Trauma“. Lebensereignissen, die Menschen aus dem Gleis werfen können oder so tief verstörend wirken, dass dies nachhaltig Folgen hat. Belegt ist, dass ein Großteil der Menschen mit starker Abhängigkeitserkrankung im Laufe ihres Lebens – und zwar vorwiegend in der Kindheit oder Jugend – einer traumatisierenden Erfahrung ausgesetzt war.

Deshalb betonte Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn in seiner Begrüßung: „Die Auseinandersetzung mit dem Thema Trauma ist wesentlicher Bestandteil suchtpräventiver Arbeit. Es ist mir ein Anliegen, dass das Wissen von Fachkräften aus der Kinder- und Jugendarbeit um Trauma und Stresserfahrung vertieft wird. Vor allem das frühe Erkennen der Symptome, die ein Kind oder Jugendlicher zeigen kann, ermöglichen eine wirksame Hilfestellung. So kann verhindert werden, dass ein Kind lebenslang erkrankt",  betonte Landesrat Schellhorn.

Frau Dr. Vuksanovic ist Kinderärztin in München, ihr werden unter anderem Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten vorgestellt wie explorativer Unruhe, impulsiven Durchbrüchen.
"Wir haben uns bei vielen Kindern mit sogenannter ADHS-Diagnose gefragt, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen einprägsamen negativen Erfahrungen - wie zum Beispiel einem Unfallerlebnis oder der Gegenwart von Gewalt und Stress - und dem Auftreten von ADHS-Symptomatik. Tatsächlich ergab die durchgeführte Studie einen hoch signifikanten Zusammenhang."
Die Medizinerin geht der Qualität der Eltern-Kind-Bindung nach und stellt häufig desorganisierte Bindungsmuster bei den Kindern fest; oft liegt deren Ursprung in elterlichen hohen Stressfaktoren, in deren unverarbeiteten Gewalt- und Traumaerfahrungen. Folge kann sein, dass eine liebende und engagierte Mutter das Bindungsbedürfnis ihres Kindes nicht angemessen und feinfühlig "beantworten" kann, was für eine sichere Bindung wichtig ist.

Was bedeutet das für die Praxis, für den Alltag mit Kindern?
Mit Dr. Klaus Kranewitter waren sich die ExpertInnen an den Frühstückstischen einig: Früh Hilfe organisieren und aufmerksames Hinsehen im Kindesalter; einem Kind mit einem emotionalen Ausbruch ein Beziehungsangebot setzen, also mehr Time intensive anstatt Time-out; die Eltern unterstützen und insgesamt eine Haltung fördern, die auch psychosoziale Faktoren bei Diagnosen mit einbeziehen und die "Psyche" nicht weiter tabuisiert. Somit können Medikamente sinnvoll zum Einsatz kommen - jedoch nicht als Mittel erster Wahl.
Darüber hinaus sollten wir uns alle die Frage stellen, wie familiäres und gesellschaftliches Leben aussehen sollte, um möglichst wenige Traumatisierungen hervorzurufen.

Infos & Kontakte:

- Vortrag Dr. Nevena Vuksanovic: download
- Fachartikel N. Vuksanovic, PDF: download
- Ambulatorium für Entwicklungsdiagnostik und Therapie, Dr. Klaus Kranewitter >
- Elternberatung des Landes: www.salzburg.gv.at
- „Trauma und Sucht – Traumafolgenprävention“: download
- Fachliteratur: Karl Heinz Brisch (Hrsg.): "Bindung und Sucht" und "Bindung und Jugend",                          beide i.V. Klett-Cotta bzw. bei akzente
- Adressen für PsychotherapeutInnen finden Sie hier >
- Fotogalerie: siehe hier
- Weitere Infos und Adressen gerne auf Anfrage!

 

akzente Fachstelle Suchtprävention im Land Salzburg
Mag. Nicole Rögl-Höllbacher
n.roegl@akzente.net
, 0662/84 92 91-41
www.akzente.net/suchtpraevention
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